ZÄHLE, ZÄHLE, ZÄHLE

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19.03.2009 - 11.04.2009

 

Künstler: Enrico Weinert - Zeichnungen

 

Vernissage: 19.03.09, ab 19:00
Künstlergespräch: 26.03.09, ab 17:00
Finissage: 11.04.09, ab 17:00

Thematisch widmet sich Enrico Weinert der Doppeldeutigkeit. Seine Bildersujets suggerieren auf den ersten Blick die heile Welt. Erst beim zweiten Hinsehen zuckt der Betrachter zurück, weil er sich an einem befremdenden Detail stösst. Da knabbern beispielsweise süsse, weisse Hasen an einem Jungen herum. Oder zwei kleine Mädchen sind mit ihren Schulsäcken auf dem Weg nach Hause. Im Hintergrund leuchtet die Sonne rot. Doch halt, eines der Mädchen hat gar keine richtigen Augen – bloss weisse Höhlen.

 

„Ich orientiere mich an Kitsch“, beschreibt Weinert seine Auswahl. Besonders geeignet seien auch Kinder und Tiere. Kinder, die im Garten spielen und so die Assoziation mit einem Idyll erlauben. Auch der Titel der Ausstellung „zähle, zähle, zähle“ bezieht sich auf die Kindheit, da Kinderreime oft das Zählen als wichtiges Element beinhalten. Diese Reime seien häufig mit einer ziemlichen Brutalität durchzogen und würden meist mit dem „Tod“, also dem Ausscheiden eines Kindes enden. Auch Märchen seien oft brutal. So verbindet Weinert mit Kindern eben nicht nur Idylle, sondern auch Brutalität. Dabei ist dem Künstler aber wichtig, dass die Brutalität nicht platt wirkt. Er zeige kein Blut, oder abgerissene Köpfe, da er den Horrorvermeiden wolle. Vielmehr ist das Ziel für den gebürtigen Deutschen, dass der Betrachter hin und her gerissen ist zwischen Schönheit und Bedrohung. „Es ist wie ein Apfel, der von aussen lecker aussieht und von innen her faul ist“, erklärt Weinert. Die Dinge sind einerseits nicht so wie sie scheinen, andererseits möchte der Künstler damit auch den Wandel des Lebens thematisieren. Was einmal gut war, verfällt, verfault, verändert sich. Zum Guten oder zum Schlechten? Wichtig ist für den Künstler der Wandel an sich.

 

Durch Zufall ist Enrico Weinert auf seine Technik gekommen: Buntstifte mit Lineal auf Papier. Dünne Striche ganz dicht nebeneinander ergeben für den Betrachter eine Fläche. Einige der Flächen lässt Weinert gezielt weiss, diese treten dann aus dem Bild heraus. Wieder andere Flächen bearbeitet er mit dem Radiergummi und kreiert so eine Farbmischung wie beispielsweise Braun-Olive.

 

Pressetext: Cathrin Jerie