WIE VON SELBST

bild

12.11.2010 - 05.12.2010

 

Künstlerin: Monika Rechsteiner | Video, Fotoprints

 

Vernissage: 12.11.2010 ab 19:00
Finissage: 05.12.2010 ab 17:00

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die Ausstellung im Kunstraum Winterthur wird die Künstlerin unterstützt von:

tl_files/ausstellungen/Wie von selbst/Kuratorium_3_positiv.jpg              tl_files/ausstellungen/Wie von selbst/Logo_Basel.jpg

Himmel, Steine und Stimme. So beginnt WIE VON SELBST. Die Kamera erfasst Innenräume eines Industrieobjekts – in kontinuierlicher Bewegung: abtastend, vorbeifahrend, zurückweichend, sich nähernd oder entfernend.
Der Film dokumentiert in ruhigen Bildläufen, mittels einer einzigen Kamerafahrt, die Vielseitigkeit und groteske Ästhetik eines Ortes - wie zu einem Ensemble vereint  erscheinen die Überbleibsel eines monströsen Industrieprojekts, moderne Fertigungshallen und ein wie verloren wirkendes Kataloghaus.

Es ist keine subjektive Kamera, die eine Sicht der Welt im Sinne eines Abbildes liefert. Vielmehr scheint es die Kamera selbst zu sein, die diese Räumlichkeiten erzeugt. Die Kamera ist Produzent und Protagonist zugleich. Sie bildet nicht ab, sie erfährt den Raum im wörtlichen Sinne.

Eine separat gestaltete Tonspur liefert zum einen ähnlich wie das Bild perspektivisch wechselnde, atmosphärische Räume - außen Vögel und Wind, im Innern ein Raunen, Klingen und Klopfen - zum andern einen von Aargauer Autoren konstruierten Monolog, der nach und nach Fakten und Gedanken zum Kunstschaffen, zur Kunstförderung und zum Leben als KünstlerIn eröffnet. So wird die Bildfahrt von einem unsichtbaren Protagonisten, einem Fotografen und Künstler, begleitet. Seine reflexiven, analytischen und literarischen Worteinschübe handeln vom Herstellen und Beurteilen von Bildern und Worten. Sinnräumen gleich, die ebenso ihre Perspektiven verschieben, wie die Kamera ihre Ein- und Aussichten.

Wir sehen dabei zu - nehmen an der Genese einer Bilderproduktion teil. Sowohl an jenem Bildermachen innerhalb des Films, als auch dem Bildermachen, das in uns stattfindet und das wir aus gerade Gesehenem und Gehörtem, aus unseren Erfahrungen, Erwartungen und Erinnerungen zusammensetzen.

Obwohl die ansatzlos montierten Bildfahrten von einem bruchlosen Kontinuum erzählen, überraschen uns behutsame Verfremdungen. Es sind Irritationen der leichten Verschiebungen, die erst wie in einem Nachbild erkennbar werden. Dabei wissen wir nicht immer ob es die Bilder waren oder unser Blick, die diese Unebenheiten in der Wahrnehmung ausgelöst haben.

Mit dem Ende des Films hören die Bilder nicht auf. Sie setzen sich fort, in einem anderen Kontinuum. Wie es im Film heißt: „Hinstellen und sein lassen. Dann übernehmen andere.“


Text: Erhard Münch und Monika Rechsteiner