Über ein Brett gehen

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05.02.2008 - 28.02. 2008

 

Künstlerinnen:
Rebekka Gnädinger - Malerei
Simone Monstein - Malerei
Zora Berweger - Malerei

 

Vernissage: 05.02.2009, ab 19:00
Finissage: 28.02.09, ab 17:00

Über ein Brett gehen illustriert für die drei Malerinnen den Balanceakt bei der Erschaffung des Bildes. Es ist eine Unsicherheit, eine Gratwanderung der sich die Frauen ausliefern. Trotzdem stehen sie dabei auf solidem Grund – eben auf einem Brett. «Wir sind keine artistischen Seiltänzer und Luftibusse», sagt Rebekka Gnädinger. Aber beim Malen wisse man nie, auf was es hinaus laufe. Dies obwohl die Künstlerin das Bild bereits im Kopf hat, wenn sie den Pinsel das erste Mal auf die Leinwand setzt. Gnädinger geht von bestehenden Bildern wie Fotografien aus und versucht ihr Geheimnis zu lüften. Der spanische Torrero ist das Thema für die Ausstellung. Dabei ist der süsse rosa Hintergrund ein Teil des Konzepts, das Brutale, Blutige und Gewalttätige zu brechen. Die Bilder sind offen und doch voller Zeichen. Beispielsweise der Rosmarinzweig unter dem «Lichtkleid“ symbolisiert den Tod. «Die Symbolik ist zwar ein Teil des Bildes, wichtig ist mir aber vor allem die Stimmung.»
Die Stimmung ist auch Simone Monstein wichtig. Mit grossen Flächen wie einem Tisch, der aus dem Bild herauskommt, lädt sie den Betrachter ein, ins Bild «einzusteigen». Es soll für ihn ein Spielfeld sein, auf dem er seine eigene Geschichte entwickeln kann. Die ausgestellten Bilder basieren auf Skizzen einer Reise von Leipzig bis ans schwarze Meer. Die starken Farben sind während der Arbeit entstanden: «Ich bin selbst überrascht, dass es so viele Farben hat». Monsteins Werke sind intime, da sie ins Innere der Häuser weisen und einen Blick aufs Private ermöglichen. Sie arbeitet gerne mit dünnen Farben, da es ihr mehr Zeit lässt, das Bild immer wieder zu verändern. Deshalb verlaufen die Farben, was daran erinnern soll, dass es zwar ein Raum ist, aber eben doch nur Farbe auf Leinwand.
«Warten auf Anubis“, lautet der Titel eines der Bilder von Zora Berweger. Den Namen wählt sie jedoch erst am Schluss aus, wenn das Bild fertig ist. «Ich versuche damit zu präzisieren, was ich im Bild spüre», erklärt Berweger. Es sei für sie schwierig über die Bilder zu reden, denn: «Sie sagen genau dass, was ich mit Worten nicht beschreiben kann». Die Aussage solle auch gar nicht mit dem Verstand erfasst werden, sondern das Geheimnis liege vielmehr dort, wo man es nicht beschreiben könne. Mit ihren Bildern reflektiere sie die Welt – es sei eine Art zu denken. «Ich fange mit einer weissen Leinwand an und weiss nicht was vor mir liegt», beschreibt Berweger ihre Arbeit. Dabei sind die Farben und Formen für Berweger genau so wichtig wie die Darstellung selbst. «Die Bilder sollen wirken, bevor der Verstand sie erfasst hat».

 

Pressetext: Cathrin Jerie