Schlafmohnzeit der Wintertour
18.06.09 - 11.07.09
Künstlerin: Cristina Ohlmer | Bild, Film, Installation
Vernissage: 18.06.09 19:00 h mit einer Einführung von Annelise Schmid
Künstlergespräch: 04.07. 09 14:00 h
Buchpräsentation: 04.07. 09 16:00 h
"O2 Schlafmohnlack & Tintenfischei" mit Bild und Text von Cristina Ohlmer aus der Edition SchwarzHandPresse von Theo Hurter
Finissage: 11.07.09 17:00 h
Ist es möglich, dass tausendjährige Lacksarkophage eines chinesischen Königspaars, in Einzelteile zerlegt, ihren Weg in den Kunstraum Winterthur finden? Und falls ja? Wer ist der Auftraggeber dieser Transaktion kostbaren Frachtguts? Wird dort vielleicht die neue Kollektion eines weltweiten Möbel Vertriebs angeboten?
Eine mutmaßliche Prunktür lehnt als Schmuckstück der Ausstellung zwischen den roten Kistenplatten. Aus der mohnfarbenen Lackfläche tauchen filigrane und surreal traumhafte Zeichenmotive auf. Als hätte man das Innenleben der asiatischen Lackkammern aus dem Schlafe erweckt: Das maskenhafte Antlitz einer Frau, ein rätselhafter Malschrank, die Mythengestalt „Urdunkel“, als ein 4 flügelig 6 beiniges Tier, stämmig wie ein Bullterrier, doch Kopflos. Diese Figuren sind die Protagonisten, welche in minutiös ausgearbeiteten Details als Bildmotive mit dem Grund verschmelzen, sich in Einzelteile aufzulösen scheinen, um erneut wieder ineinander zu greifen. Die Verbindung von ornamentalen Elementen mit eher flächigen Zeichenstrukturen und durch Umrisslinien erfassten Partien evozieren Bilder von erzählerischer und kompositorischer Dichte. Und immer wieder fliegen Haare im Wind. Es scheint keine Gegenwart zu geben, außer die der Bilder.
Wir befinden uns in einer Ausstellung von Cristina Ohlmer, welche als Artist-in-Residence während eines 6wöchigen Zeitraums in der Villa Sträuli Winterthur zu Gast war. Hier, wo sie sich vorgenommen hatte, die sogenannten „Schlafmohnlack“ Bilder ihrer China Reise zu verarbeiten, begegneten der Forschungsreisenden mit künstlerischer Berufung unerwartete Dinge. Sie stieß auf das Lächeln der mittlerweile verstorbenen Begründerin der heutigen „Kultur“villa, das Lächeln der Doris Sträuli. Es tränkt diesen Ort der Begegnung und des Dialogs. Die Villa hat ein pochendes Herz.
Mit dieser Entdeckung setzt sie in SCHLAFMOHNZEIT DER WINTERTOUR ein Ausstellungskonzept in den Raum, das ausschließlich Arbeiten präsentiert, die dort, während ihres Aufenthalts entstanden sind. Als ein Kaleidoskop von Bildbezügen und Werteverschiebungen, zwischen Auftauchen und Verschwinden, zwischen Licht und Schatten, Innen und Außen wandert der Betrachter auf den Spuren von Erinnerung und Geheimnis.
Was schlummert in den Kisten und Gehäusen unserer Bilderlager? Die Farbe Rot und Weiß zeichnen als verbindendes Element zwischen dem fernen Osten und einer winterlichen Schweizer Zeit den Weg nach, treffen bei einem als Herz pulsierenden Film zusammen. Da versammeln sich über das Interieur der Villa und über deren Malschränke und Bildersouvenirs hinaus, Eindrücke aus der nahen Stadt, den umliegenden Waldgebieten und ergänzen sich in unvorhersehbaren Feedbacks. Sie sind das Ergebnis von Cristina Ohlmers Erkundungsgängen. Was vor uns aufblitzt, ist ein Reigen der Verwandlung in endloser Bewegung.
In dieser grenzüberschreitenden Raumkomposition zeigt sie in Bild, Objekt und Film und ihrer „Reflexion“ ein System von Licht- und Gedankenbrechung und damit das gebündelte Spektrum seiner Bedeutungen. Das klingt kompliziert, erweist sich aber als ein sinnlich poetischer Spaziergang mit überraschenden Winterthur Déjá vues.
(Text: Cristina Ohlmer)
Eine mutmaßliche Prunktür lehnt als Schmuckstück der Ausstellung zwischen den roten Kistenplatten. Aus der mohnfarbenen Lackfläche tauchen filigrane und surreal traumhafte Zeichenmotive auf. Als hätte man das Innenleben der asiatischen Lackkammern aus dem Schlafe erweckt: Das maskenhafte Antlitz einer Frau, ein rätselhafter Malschrank, die Mythengestalt „Urdunkel“, als ein 4 flügelig 6 beiniges Tier, stämmig wie ein Bullterrier, doch Kopflos. Diese Figuren sind die Protagonisten, welche in minutiös ausgearbeiteten Details als Bildmotive mit dem Grund verschmelzen, sich in Einzelteile aufzulösen scheinen, um erneut wieder ineinander zu greifen. Die Verbindung von ornamentalen Elementen mit eher flächigen Zeichenstrukturen und durch Umrisslinien erfassten Partien evozieren Bilder von erzählerischer und kompositorischer Dichte. Und immer wieder fliegen Haare im Wind. Es scheint keine Gegenwart zu geben, außer die der Bilder.
Wir befinden uns in einer Ausstellung von Cristina Ohlmer, welche als Artist-in-Residence während eines 6wöchigen Zeitraums in der Villa Sträuli Winterthur zu Gast war. Hier, wo sie sich vorgenommen hatte, die sogenannten „Schlafmohnlack“ Bilder ihrer China Reise zu verarbeiten, begegneten der Forschungsreisenden mit künstlerischer Berufung unerwartete Dinge. Sie stieß auf das Lächeln der mittlerweile verstorbenen Begründerin der heutigen „Kultur“villa, das Lächeln der Doris Sträuli. Es tränkt diesen Ort der Begegnung und des Dialogs. Die Villa hat ein pochendes Herz.
Mit dieser Entdeckung setzt sie in SCHLAFMOHNZEIT DER WINTERTOUR ein Ausstellungskonzept in den Raum, das ausschließlich Arbeiten präsentiert, die dort, während ihres Aufenthalts entstanden sind. Als ein Kaleidoskop von Bildbezügen und Werteverschiebungen, zwischen Auftauchen und Verschwinden, zwischen Licht und Schatten, Innen und Außen wandert der Betrachter auf den Spuren von Erinnerung und Geheimnis.
Was schlummert in den Kisten und Gehäusen unserer Bilderlager? Die Farbe Rot und Weiß zeichnen als verbindendes Element zwischen dem fernen Osten und einer winterlichen Schweizer Zeit den Weg nach, treffen bei einem als Herz pulsierenden Film zusammen. Da versammeln sich über das Interieur der Villa und über deren Malschränke und Bildersouvenirs hinaus, Eindrücke aus der nahen Stadt, den umliegenden Waldgebieten und ergänzen sich in unvorhersehbaren Feedbacks. Sie sind das Ergebnis von Cristina Ohlmers Erkundungsgängen. Was vor uns aufblitzt, ist ein Reigen der Verwandlung in endloser Bewegung.
In dieser grenzüberschreitenden Raumkomposition zeigt sie in Bild, Objekt und Film und ihrer „Reflexion“ ein System von Licht- und Gedankenbrechung und damit das gebündelte Spektrum seiner Bedeutungen. Das klingt kompliziert, erweist sich aber als ein sinnlich poetischer Spaziergang mit überraschenden Winterthur Déjá vues.
(Text: Cristina Ohlmer)


