Schnittstelle
Schnittstelle
"Schnittstelle" Ein Dialog im Raum mit Nesa Gschwend und Katharina Henking
Vernissage Freitag, 4. Februar 2011, 19 Uhr
Künstlergespräch am Freitag, 4. März 2011, 19 Uhr
Finissage Sontag 20. März 2011, 17 Uhr
Dauer der Ausstellung 4. Februar - 20. März 2011
Ein Dialog im Raum mit Nesa Gschwend und Katharina Henking
Schnittstellen ergeben sich zwangsläufig im Arbeitsprozess beider Künstlerinnen : Bei Nesa Gschwend beim Zuschneiden des textilen Materials für ihre Objekte als Teil räumlicher Installationen, bei Katharina Henking beim Schneiden des Papiers für ihre Bildserien und raumfassenden Wandarbeiten.
Schnittstellen sind hier aber auch biographisch konnotiert. Denn die Wege beider Künstlerinnen haben sich seit ihrer ersten Begegnung vor gut drei Jahrzehnten in St. Gallen, wo sie ihre Erstausbildungen absolvierten und früher künstlerisch aktiv waren, immer wieder gekreuzt.
Im Kunstraum Winterthur treten nun — als weitere Schnittstelle im Wirken von Nesa Gschwend und Katharina Henking — erstmals ihre künstlerischen Positionen in einen räumlichen Dialog.
Nesa Gschwend
Nesa Gschwend entwickelt mit Objekten aus textilen Materialien und Videoarbeiten räumliche Installationen.
Der Körper und sein Ausdruck bilden den Ausgangspunkt ihrer Arbeiten und sind eng geknüpft an die jahrelange Auseinandersetzung mit der Performance.
Das Porträt als Schnittstelle von innen und aussen wird in der Installation im Kunstraum als ausgeschnittene und gespiegelte Doppelköpfe im Raum inszeniert. Durch ihre Bewegung lösen sie sich auf oder wenden sich ab, überkreuzen sich und verbinden sich mit den am Boden liegenden Körperhüllen, die wie kleine abgelegte Schutzpanzer aus dem immer gleichen Grundmaterial durch Nähen, Zusammenziehen und Falten entstanden sind.
In der Videoarbeit Circulation scheinen Hände etwa zu formen, das sich gleichzeitig wieder auflöst.
Der Körper und seine ihm innewohnenden Prozesse werden in allen gezeigten Arbeiten umkreist und bleiben letztendlich flüchtige Wahrnehmungen, die das Vergängliche widerspiegeln.
Katharina Henking
Katharina Henking ist in erster Linie Zeichnerin und arbeitet hauptsächlich mit und auf Papier. Parallel gewinnt ab Mitte 1990-Jahren der Papierschnitt an Bedeutung, aber auch das Hinausdrängende in den Raum. Nebst seriellen Arbeiten entstehen wandfüllende Installationen oder Environments, die vereinzelt auch mit Sound untermalt werden .
Rhythmus, ein Spiel mit Form und Binnenform, das Verschieben von Grössenverhältnissen und Bezügen, das Absurde, Prekäre und Ambivalente, aber auch das Ornamentale und Schöne, das sich oft als Fallgrube entpuppt, sind Elemente im Schaffen der Künstlerin.
Seit Jahren dienen nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Sujets aus den Printmedien als Grundlage für ihre zeichnerischen und geschnittenen Arbeiten. Doch es geht nie um das Abbild einer äusseren Wirklichkeit, sondern stets um ein freies Assoziieren, Umkreisen und Verfremden, Ordnen und Kombinieren.
Für den Kunstraum hat Katharina Henking eine mehrteilige Installation mit dem Titel ”Heile Welt“ geschaffen, in Anlehnung an die gute Stube: Über einen Teil der Wandtäfelung ziehen sich unzählige, zum Tapetenmuster generierte Scherenschnittmotive, die bei genauer Betrachtung sich als Maschinengewehre entpuppen. Davor sind zwei grosse gerahmten Papierschnitten gestellt, die mit Positiv- und Negativaspekten und der Umdeutung von Motiven spielen.









