Fighting the urge to pray

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08.10.2009 - 31.10.2009

 

Künstlerin: Kimberly Meenan
Medium: Installation

 

Vernissage: 08.10.2009
Finissage: 31.10.2009

 

Kimberly Meenan nimmt alltägliche Gegenstände gefangen in harter Form. So entsteht bei ihr beispielsweise ein Kissen aus Gips, auf dem ein fein gearbeiteter Fächer liegt. Um den Stoff in Gips giessen zu können, hat die gebürtige Amerikanerin eine spezielle Technik entwickelt. So wirken ihre Gipsarbeiten von weitem betrachtet anders – massiver. Erst wenn der Betrachter sich nähert, entdeckt er die feinen Details wie beispielsweise die Struktur des Stoffes. „Ich will dem Betrachter eine stufenweise Wahrnehmung ermöglichen und ihm zudem einen Grund geben, näher zu kommen“, erklärt Meenan ihre Absicht. Die Dinge des Alltags haben für Meenan eine rituelle Bedeutung. Als Tochter eines Pastors bringt sie einen stark religiös geprägten Hintergrund mit: „Mein Lieblingsort in der Kindheit war die Kirche“ erinnert sie sich. Durch ihre Arbeit stellt sie sich die Frage nach der eigenen Identität, denn der Alltag ist für sie nicht universell sondern immer von der eigenen Erfahrung geprägt. Sie arbeitet manchmal auch mit Mehl - vergängliche Kreationen - an denen sie die Spannung zwischen der Fragilität und der Geborgenheit schätzt. „Mehl gibt mir immer ein heimatliches Gefühl.“

 

Neben dem Rituellen des Alltäglichen ist Meenan der Humor nicht abhanden gekommen. Ein schwarzer Humor: „Vielleicht verstehen das nicht alle Leute“, gibt sich Meenan verständnisvoll. Eines ihrer Werke thematisiert das Paarungsverhalten der Bienen. Dabei hat die Künstlerin auf Stoff gestickt, wie die Drohne (männliche Biene) beim Versuch die Bienenkönigin zu begatten ihr Leben lassen muss: „Sobald der Penis in die Bienenkönigin eingedrungen ist, explodiert der Unterleib des Männchens“. Dann kommt die nächste Drohne, entfernt den Penis des Vorgängers und das Spiel wiederholt sich. Zur Illustration dieses Prozesses hat Meenan 25 Penisse modelliert, die am Boden aufgestellt werden. Die Sexualität ist für die Künstlerin ein Aspekt des Alltags und die Bienenkönigin und ihr Paarungsverhalten ein Symbol des eigenen Opfers für das grosse Ganze.

 

Text: Cathrin Jerie